Arteriosklerose

Arteriosklerose-Hemmung durch Blockade der Fettaufnahme in Schaumzellen

Während der Atherosklerose wandern Entzündungszellen (v.a. Monozyten) in die Gefäßwand und differenzieren zu Schaumzellen. Diese reichern Lipide und Cholesterin an und fördern die Entzündung in der atherosklerotischen Gefäßwand. Bestehende Therapien der Atherosklerose zielen auf die Verringerung der Cholesterinaufnahme oder -synthese (z.B. Statine). Dies ist zum einen mit Nebenwirkungen behaftet, zum anderen ist der rein Cholesterin-senkende Effekt derzeit therapeutisch nicht gesichert.

CD-68-Fc ist ein rekombinantes Protein, das spezifisch die Entstehung von Schaumzellen verhindert. Das Medikament wurde ursprünglich in der AG von Meinrad Gawaz an der Medizinischen Klinik III der Uni Tübingen konzipiert. CD-68-Fc verringert die Aufnahme von besonders reaktivem, oxidiertem LDL („oxLDL“) in die atherosklerotische Gefäßwand und verringert dadurch die lokale Entzündung. CD-68-Fc wird zur Behandlung von Patienten mit hohem Risiko für die Komplikationen der Atherosklerose entwickelt und soll diese stabilisieren. In Atherosklerosemäusen wurde durch CD-68-Fc das Fortschreiten einer Atherosklerose fast vollständig verhindert, und die Gefahr einer Plaqueruptur signifikant vermindert.

(Projekt der advancecor)

Literatur

  • Daub K, Siegel-Axel D, Schönberger T, Leder C, Seizer P, Müller K, Schaller M, Penz S, Menzel D, Büchele B, Bültmann A, Münch G, Lindemann S, Simmet T, Gawaz M. Inhibition of foam cell formation using a soluble CD68-Fc fusion protein. J Mol Med. 2010, 88:909-920
  • Zeibig S, Li Z, Wagner S, Holthoff HP, Ungerer M, Bültmann A, Uhland K, Vogelmann J, Simmet T, Gawaz M, Münch G. Effect of the oxLDL binding protein Fc-CD68 on plaque extension and vulnerability in atherosclerosis. Circulation Research 2011; 108:695-703

Anlockung von endothelialen Vorläuferzellen an Gefäßläsionen und Plaques

Endotheliale Progenitor-Zellen wurden in den letzten Jahren als wichtige protektive Zellen beschrieben, die vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Dementsprechend treten bei Menschen mit höherer Blut-Konzentration an solchen Zellen seltener Komplikationen dieser Erkrankungen auf.

Die Kombination anti-CD133 mit Glykoprotein VI ist ein rekombinantes Fusionsprotein, das spezifisch an atherosklerotische Plaques bindet, und dann bi-spezifisch zirkulierende Progenitorzellen an diese Stelle binden kann. Das Medikament wurde ursprünglich in der AG von Meinrad Gawaz an der Medizinischen Klinik III  der Uni Tübingen konzipiert. Dieser Ansatz ermöglicht, die endogen vorkommenden Endothel-Progenitor-Zellen optimal für eine Abheilung von instabilen Plaques heranzuziehen, ohne dem betreffenden Patienten zusätzlich externe Zellen geben zu müssen (was ein erhebliches onkogenes Risiko darstellt).

In Modellen mit Gefässverletzung wurde ein erster Wirksamkeitsnachweis erbracht.

Literatur